Bitcoin über 81.000 Dollar: Markt trotzt Fed und Clarity
Bitcoin steigt auf 81.000 Dollar, die ETFs saugen wieder Kapital. Warum der Markt Fed-Hike und Clarity-Aus abschüttelt und der Ölpreis jetzt entscheidet.
Zwei Rückschläge, eine Erholung
Die Woche brachte für Krypto gleich zwei Enttäuschungen: Am Dienstag scheiterte der Clarity Act im Senat, am Mittwoch hob die Federal Reserve den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an, die erste Erhöhung seit 2023. Beide Termine galten als Belastung. Der Markt reagierte umgekehrt.
Bitcoin notiert am Samstagmorgen bei rund 81.000 Dollar, ein Plus von 4,68 Prozent. Ethereum zieht 6,93 Prozent auf 2.624 Dollar an, Solana 6,8 Prozent auf 112 Dollar. XRP steht bei 1,42 Dollar. Die Majors laufen im Gleichschritt nach oben: ein Zeichen, dass hier Makro-Entlastung wirkt und kein einzelner Coin-Trigger.
Das Kapital kommt zurück
Der eigentliche Treiber sitzt bei den ETFs. In die US-Spot-Produkte auf Bitcoin flossen am Freitag netto 433 Millionen Dollar, die Ethereum-ETFs zogen weitere 144 Millionen Dollar. Nach Wochen der Abflüsse dreht der institutionelle Fluss wieder ins Plus. Das ist die härtere Währung als jede Kursbewegung: Wer über ETFs kauft, parkt kein Spielgeld.
Auch regulatorisch war die Woche nicht nur Verlust. Nach dem Clarity-Aus kündigten SEC und CFTC an, ihre eigenen Regeln voranzutreiben. Die SEC öffnete den begrenzten Onchain-Handel tokenisierter US-Aktien, die CFTC lockerte Vorgaben für Softwareanbieter. Der Gesetzesweg ist blockiert, der Behördenweg nicht.
Das Öl entscheidet
Bemerkenswert ist das Tempo, mit dem der Markt die Schläge weggesteckt hat. Weder der erste Zinsschritt seit drei Jahren noch gestiegene US-Renditen lösten einen anhaltenden Abverkauf aus. Das spricht für eine robuste Nachfrage-Basis.
Der Haken liegt außerhalb der Kryptowelt. Brent schloss am Freitag bei 103,36 Dollar je Barrel, getrieben vom Iran-Krieg und der Sorge um die Straße von Hormuz. Fällt der Ölpreis dauerhaft zurück, sinkt der Inflationsdruck und die Fed bekäme Spielraum. Bleibt Energie teuer, drohen weitere Zinserhöhungen, und damit die nächste Belastung für Risikoanlagen.
Für Trader heißt das: Die Erholung steht, solange die ETF-Zuflüsse tragen und das Öl nicht ausbricht. Über 82.000 Dollar öffnet sich Raum nach oben, ein Rückfall unter 78.000 Dollar würde die Bounce-These kippen. Der Chart, den man diese Woche im Blick behalten sollte, ist der von Brent.