Bitcoin unter 80.000 Dollar: Rally stockt vor der Fed

Bitcoin fällt auf 77.200 Dollar, minus 4 Prozent auf Wochensicht. ETF-Abflüsse und der Fed-Entscheid setzen den Kurs vor einer wichtigen Widerstandsmarke unter Druck.

Bitcoin unter 80.000 Dollar: Rally stockt vor der Fed

Die Rally verliert den Boden

Bitcoin ist zurück unter die Marke von 80.000 Dollar gefallen und notiert am Sonntag bei rund 77.200 Dollar. Auf Wochensicht steht ein Minus von etwa 4 Prozent. Der gesamte Kryptomarkt schrumpft auf rund 2,63 Billionen Dollar, die Bitcoin-Dominanz hält sich bei knapp 60 Prozent. Vom Allzeithoch bei 126.000 Dollar aus dem Oktober 2025 ist der Kurs damit gut ein Drittel entfernt.

Der jüngste Anlauf über 80.000 Dollar hat nicht gehalten. On-Chain-Daten zeigen einen Widerstand, an dem sich die Bullen zuletzt mehrfach die Zähne ausgebissen haben: Wer in diesem Bereich gekauft hat, sitzt auf Verlusten und verkauft in jede Erholung hinein. Solange dieser Deckel nicht überwunden wird, bleibt der Weg des geringsten Widerstands nach unten gerichtet. Ethereum kommt gegen die Schwäche des Marktführers ebenfalls nicht an.

Die ETFs erzählen zwei Geschichten

Der Kapitalfluss unterstreicht die Vorsicht. Aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs sind zuletzt fast eine halbe Milliarde Dollar abgeflossen. Das institutionelle Geld, das die Rally im Sommer getragen hat, zieht sich vor dem Fed-Entscheid zurück. Auffällig ist die Gegenbewegung bei XRP: Die neuen Ripple-Indexfonds sammeln kräftig ein, während Bitcoin verliert. Eine Entkopplung, die zeigt, dass Anleger nicht den Markt verlassen, sondern innerhalb der Anlageklasse umschichten. Für die kommenden Wochen deutet das weniger auf einen breiten Ausverkauf als auf eine selektivere Nachfrage hin, in der einzelne Coins ihren eigenen Katalysator brauchen.

Die Fed sitzt in der Falle

Der eigentliche Auslöser liegt in dieser Woche. Der Markt handelt vor der Zinsentscheidung defensiv, weil die Richtung offen ist. Ein hawkisher Ton würde den Dollar stützen und den Druck auf risikoreiche Assets erhöhen. Zugleich mehren sich Stimmen, die der Geldpolitik die Wirkung absprechen: Makro-Analystin Lyn Alden argumentiert, dass höhere Zinsen die US-Inflation kaum noch bremsen, weil das Haushaltsdefizit den entscheidenden Treiber liefert. Eine Notenbank, die die Teuerung nicht mehr allein kontrolliert, ist für harte Assets langfristig ein Argument, kurzfristig aber ein Unsicherheitsfaktor.

Für Trader heißt das: Der Bereich um 80.000 Dollar ist die Linie, an der sich die kurzfristige Richtung entscheidet. Ein Tagesschluss darüber öffnet den Weg zurück in Richtung 85.000 Dollar. Hält der Widerstand, ist ein Test der tieferen Unterstützungen wahrscheinlicher als eine schnelle Erholung. Wer positioniert ist, sollte die Fed-Woche mit engem Risiko fahren.