Michael Burry: SpaceX bei 3 Billionen überbewertet

Michael Burry nennt SpaceX trotz Rekord-IPO 'eine kleine Raumfahrtfirma'. Warum er die 3-Billionen-Bewertung anzweifelt — und trotzdem nicht shortet.

Michael Burry: SpaceX bei 3 Billionen überbewertet

Der Star-Shortseller meldet sich zu Wort

Michael Burry, durch "The Big Short" berühmt geworden, hat sich SpaceX vorgenommen — und das Urteil fällt vernichtend aus. Nach dem größten Börsengang der Geschichte (rund 75 Milliarden Dollar eingesammelt, 555 Millionen Aktien zu je 135 Dollar) bringt der Raketenbauer eine Marktkapitalisierung von knapp 3 Billionen Dollar auf die Waage. Für Burry steht das in keinem Verhältnis zur Realität: SpaceX sei "im Grunde eine kleine Raumfahrtfirma" mit weniger als 20 Milliarden Dollar Jahresumsatz.

Die Rechnung, die wehtut

Um die Dimension zu illustrieren, rechnet Burry vor: Mit den 2,8 Billionen Dollar Börsenwert ließen sich Page, Brin, Bezos, Zuckerberg, Ellison, Arnault, Huang, Buffett und Ortega gemeinsam aufkaufen — und es blieben noch eine Billion Dollar übrig. Eine Firma, deren Umsatz kleiner ist als der vieler S&P-500-Nachzügler, ist teurer bewertet als die größten Privatvermögen der Welt zusammen. Genau diese Lücke zwischen Erzählung und Fundamentaldaten ist Burrys klassisches Jagdrevier.

Warum er trotzdem nicht shortet

Spannend ist, was Burry nicht tut: Er hält keine Position — "weder short noch, ähem, long". Er hat sich Put-Optionen mit 100-Dollar-Strike angesehen: Der Dezember-2028-Kontrakt kostet rund 25 Dollar, Juni 2027 etwa 13 Dollar, Dezember 2026 rund 6,75 Dollar. "Tempted by that one. But no thank you", so sein Fazit zur kürzesten Laufzeit. Die Absicherung gegen den Hype ist schlicht zu teuer — ein Muster, das man von überhitzten Bewertungen kennt: Selbst wer recht hat, kann sich an den Optionsprämien die Finger verbrennen.

Was Trader daraus mitnehmen

Burry erwartet, dass die Aktie "mit etwas Glück" irgendwo in den mittleren 200er-Dollar-Bereich zurückfällt — vom Ausgabepreis 135 also kein Crash, aber eine klare Stauchung der Anfangs-Euphorie. Für den Markt ist SpaceX mehr als ein Einzeltitel: Der Rekord-IPO setzt den Maßstab für die gesamte Listing-Welle, OpenAI und Co. im Schlepptau. Re-ratet SpaceX nach unten, kühlt das die Stimmung für die teuren Megacap- und IPO-Trades insgesamt ab. Die Lehre bleibt nüchtern: Eine Bewertung, die Vermögen ganzer Milliardärs-Riegen übersteigt, braucht irgendwann Umsätze, die das tragen.