EZB hebt Zinsen auf 2,25 % — EUR/USD klettert auf 1,1567
Die EZB erhöht erstmals seit 2023 die Zinsen auf 2,25 %. EUR/USD erholt sich auf 1,1567, doch ein heißer US-PPI von 6,5 % stützt den Dollar.
Die EZB liefert — erstmals seit 2023
Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,25 % angehoben — die erste Zinserhöhung seit September 2023. Auslöser ist nicht eine überhitzte Konjunktur, sondern der Energiepreisschock aus dem US-Iran-Konflikt, der die Inflation zurück nach oben treibt. Die EZB hob ihre Inflationsprognose für 2026 auf rund 3,0 % an, von zuvor 2,6 % im März.
Lagarde macht den Juli zur Formsache
Entscheidend war weniger der Schritt selbst — die Märkte hatten ihn zu nahezu 100 % eingepreist — als die Forward Guidance. Lagarde stellte einen weiteren Schritt im Juli praktisch in Aussicht: "Sofern sich unser Basisszenario nicht wesentlich ändert, werden wir die Zinsen sehr wahrscheinlich weiter anheben." Für den Euro ist das ein klares Signal: Der Zinsgipfel ist noch nicht erreicht.
Der Dollar hat den heißen PPI
Gegen den Euro steht jedoch ein robuster Dollar. Der US-Erzeugerpreisindex sprang im Mai um 1,1 % zum Vormonat und 6,5 % im Jahresvergleich — der stärkste Anstieg seit November 2022. Treiber waren die Energiepreise (+10,7 %), während der Kern-PPI mit 0,4 % knapp unter den Erwartungen blieb. Ein heißer PPI hält die Tür für eine straffere Fed offen und stützt den Greenback.
EUR/USD: Erholung statt Ausbruch
Trotz der Zinserhöhung rutschte EUR/USD am Donnerstag zunächst auf ein Sechs-Wochen-Tief — ein klassisches "Sell the News". Heute dreht das Paar mit +0,26 % auf 1,1567 wieder nach oben. Die Iran-Deeskalation nimmt Druck vom energiegetriebenen Dollar-Bid, und Lagardes Juli-Signal stützt den Euro.
Für Trader bleibt es ein Tauziehen: hawkische EZB gegen klebrige US-Inflation. Solange EUR/USD den Bereich um 1,15 hält, bleibt das Setup euro-konstruktiv mit Blick auf 1,17. Bricht 1,15, übernimmt wieder der PPI-Dollar. Der Zins-Spread, nicht die Schlagzeile, entscheidet die nächste Bewegung.
Was das für die Positionierung heißt
Der Markt preist nun einen klaren EZB-Pfad ein: Nach 2,25 % im Juni gilt ein weiterer Schritt im Juli als nahezu sicher, womit der Einlagensatz Richtung 2,50 % läuft. Das verengt den Zins-Spread zur Fed, die unter dem heißen PPI eher straff bleibt — ein Tauziehen, das den Euro vor einem Trendbruch bewahrt, aber auch keinen schnellen Ausbruch zulässt.
Drei Marken rahmen den Trade: Unterstützung bei 1,1480 (Sechs-Wochen-Tief vom Donnerstag), der Pivot bei 1,1567 und Widerstand bei 1,17, dem Jahresziel der Hawks. Die Energiepreise bleiben der Joker: Eskaliert der Golf-Konflikt erneut, kippt die Inflations- und Dollar-Rechnung über Nacht.