Metaplanet kappt Optionspool: 8,8 % mehr Bitcoin je Aktie
Metaplanet storniert 131 Millionen Aktien und löscht 220 Millionen Dollar Optionswert. Der Bitcoin je verwässerter Aktie steigt um 8,8 Prozent.
Metaplanet hat am 11. September eine Änderung seiner Series-10-Optionsrechte bei der Börse in Tokio eingereicht. Der japanische Konzern, Asiens größter börsennotierter Bitcoin-Halter, reagiert damit auf massive Kritik seiner Aktionäre. Die Botschaft ist simpel: weniger potenzielle Aktien, mehr Bitcoin je Anteil.
Der Optionspool schrumpft
Metaplanet storniert 131,3 Millionen potenzielle Aktien aus dem Vergütungsprogramm des Managements. Der noch nicht ausgeübte Rest-Pool sinkt netto um 55,5 Prozent, das ausgewiesene Volumen der Series-10-Rechte um 41 Prozent. In Marktwert übersetzt löscht der Schritt über 220 Millionen US-Dollar an Optionswert. CEO Simon Gerovich erklärt, damit verschwinde genau jene Vergütung, die der variable Mechanismus dem Management auf Kosten der Anleger verschafft habe.
Wo die 8,8 Prozent herkommen
Der Hebel liegt im Nenner. Metaplanet kauft keinen zusätzlichen Bitcoin. Der Konzern verteilt seinen bestehenden Bestand nur auf weniger Aktien. Das hebt den Bitcoin je voll verwässerter Aktie um 8,8 Prozent. Für Aktionäre zählt am Ende nicht die absolute Bitcoin-Menge in der Bilanz, sondern der Anteil, der rechnerisch auf jede einzelne Aktie entfällt. Zusätzlich fällt das Wandlungsverhältnis auf 1:410 zurück, den Stand vor der internationalen Kapitalrunde im September 2025. Am 18. August war es noch auf 1:696 fixiert. Die verbliebenen Optionen werden gestaffelt fällig: je ein Drittel in den Jahren 2029, 2030 und 2031.
Was Trader mitnehmen
Der Fall legt die Schwachstelle des Treasury-Modells offen. Wächst ein Konzern vor allem über neue Aktien, verwässert er seine Altaktionäre, sobald die Prämie zum Nettoinventarwert schrumpft. Genau das passierte bei Metaplanet nach September 2025: Jede Kapitalrunde brachte immer weniger Bitcoin je Aktie ein. Die Korrektur ist ein Governance-Signal, kein Nachfrageschub. Am Bitcoin-Kurs ändert sie nichts, an der Bewertung der Treasury-Aktien womöglich schon. Metaplanet signalisiert damit, die eigene Kapitalpolitik künftig ernster an diesem Maßstab auszurichten. Wer in Strategy, Metaplanet oder deren Nachahmer investiert, achtet besser auf den Bitcoin-Yield je Aktie als auf die nächste Rekord-Bestandsmeldung.