Strategy STRC crasht unter Peg — Saylor verkauft BTC
Strategys STRC fiel auf 89 Dollar unter ihren 100-Dollar-Peg, stoppt die Bitcoin-Kaufmaschine und zwang Saylor erstmals seit 2022 zum Bitcoin-Verkauf.
Der Peg ist gebrochen
Strategys variabel verzinste Vorzugsaktie STRC — intern „Stretch" genannt — ist am Mittwoch auf 89 Dollar gefallen, im Tief sogar auf rund 87 Dollar. Das sind 11 bis 13 Prozent unter den 100 Dollar, die das Papier eigentlich halten soll. Seit dem Start im Juli 2025 hat STRC diesen Peg nie so klar verloren.
Das ist kein kosmetisches Problem, sondern trifft den Kern des Geschäftsmodells. STRC ist die Geldmaschine hinter Strategys Bitcoin-Käufen: Notiert das Papier bei oder über 100 Dollar, gibt das Unternehmen neue Anteile aus und schiebt den Erlös in Bitcoin. Fällt es darunter, versiegt die Emission — und damit der Nachschub für die Akkumulation.
Erstmals seit 2022: Saylor verkauft
Noch unangenehmer: Die laufenden STRC-Dividenden müssen bedient werden. Da frisches Kapital fehlt, hat Strategy am 1. Juni offengelegt, erstmals seit Beginn der Akkumulation 2022 Bitcoin verkauft zu haben — 32 BTC für rund 2,5 Millionen Dollar Ende Mai, um die Ausschüttungen zu finanzieren. Symbolisch ist das ein Bruch: Das Unternehmen, das nie verkauft, verkauft.
Genau hier setzen die Bären an. Die Optionsflows um MSTR und STRC sind klar bearish — zeitweise wurden mehr als doppelt so viele Puts wie Calls gehandelt, ein Teil davon über den YieldMax Short MSTR ETF (WNTR), der Strategy gezielt leerverkauft. Das Narrativ der Shorts: eine Todesspirale, in der sinkende Aktien weitere Bitcoin-Verkäufe erzwingen, die wiederum den Kurs drücken.
Dormans Rettungsplan und Saylors Konter
Arca-CIO Jeff Dorman hat einen Ausweg skizziert, um genau diese Spirale zu durchbrechen — im Kern eine Umstrukturierung der Verpflichtungen, bevor der Zwang zum Verkauf größer wird. Saylor selbst gibt sich unbeeindruckt: „Die Shorts liegen falsch", ließ er wissen. Pikant ist ein Detail aus dem Design: Saylor räumte ein, STRC weitgehend mit KI-Unterstützung konstruiert zu haben.
Was das für Trader heißt
Für Trader ist STRC jetzt der wichtigere Chart als MSTR selbst. Solange das Papier unter 100 notiert, ist die Bitcoin-Kaufmaschine abgeschaltet — ein struktureller Nachfrageausfall, der über den einzelnen Namen hinaus auf das Sentiment drückt. Ein nachhaltiges Zurück über den Peg wäre das erste echte Entwarnungssignal. Bis dahin bleibt das Risiko reflexiv: Je tiefer STRC, desto höher der Druck, weiter zu verkaufen.