Apollo-CEO warnt: 35% Risiko für KI-Marktschock 2026
Marc Rowan beziffert die Wahrscheinlichkeit eines Marktschocks auf 35 Prozent: Wenn die KI-Capex-Story kippt, schlägt sie auf alle Indizes durch.
Marc Rowan, der CEO von Apollo Global Management, hat in einem aktuellen Interview die Wahrscheinlichkeit eines bedeutenden Marktschocks innerhalb der nächsten zwölf Monate auf rund 35 Prozent beziffert. Auslöser ist aus seiner Sicht die zunehmende Konzentration der US-Aktienmärkte auf die KI-getriebene Capex-Story und die enge Verflechtung zwischen Hyperscalern, Chip-Designern und privaten Kreditgebern.
Wo Rowan den Bruch sieht
Apollo schaut auf die Märkte mit einer Private-Credit-Linse — und genau dort beginnt es nervig zu werden. Der KI-Boom wird inzwischen nicht mehr nur über die Cash-Flows der Hyperscaler finanziert, sondern zunehmend über strukturierte Deals zwischen Chip-Lieferanten, Neoclouds und privaten Schuldgebern. Wenn auch nur ein Glied dieser Kette ins Stocken gerät — verzögerte Hyperscaler-Auslieferungen, fallende GPU-Auslastung, eine verfehlte Earnings-Guidance — kann sich das Risiko durch das gesamte System fortpflanzen.
Konkret problematisch: ein zweistelliger Anteil der jüngsten S&P-500-Performance kommt aus einer kleinen Gruppe AI-naher Namen. Diese Konzentration funktioniert solange, bis ein einzelner Datenpunkt — Nvidia-Earnings, Hyperscaler-Capex-Guidance, eine Power-Constraint-Headline — die Story eintrübt.
Warum 35 Prozent kein Crash-Call sind
Wichtig: Rowans 35-Prozent-Wahrscheinlichkeit ist kein Crash-Aufruf. Er sagt nicht "verkauft alles", sondern "es gibt eine ungewöhnlich hohe Wahrscheinlichkeit für einen ungewöhnlich starken Drawdown". Das ist die Sprache eines Risk-Managers, nicht eines Permabears. Apollo selbst ist in vielen dieser Deals investiert — die Botschaft an die Limited Partners ist eher: macht euch keine Illusionen über die Korrelation, wenn der Markt dreht.
Was für Trader zählt
- Volatilität ist günstig. Der VIX bleibt nahe Mehrjahrestief, obwohl die Konzentration steigt. Tail-Hedges sind selten so sauber bepreist.
- Korrelations-Risiko unterschätzt. Wenn Nvidia, Microsoft, Meta und Co. gemeinsam korrigieren, fallen Index-ETFs schneller, als viele Asset-Allokationen unterstellen.
- Private Credit als Frühindikator. Spreads bei Loans an AI-Infrastruktur-Sponsoren werden vor der Aktien-Reaktion sichtbar weiter.
Die taktische Implikation lautet nicht "raus aus dem Risiko", sondern "asymmetrisch absichern". Long-Vol über VIX-Calls oder QQQ-Puts ist im aktuellen Setup besonders attraktiv. Wer die KI-Story langfristig spielt, sollte zumindest für den Korrelations-Schock gewappnet sein — und einmal durchrechnen, was ein 15-Prozent-Drawdown im AI-Komplex mit dem Gesamtbuch macht.