ASML hebt Ausblick an: KI-Nachfrage übersteigt Produktion

ASML: Rekordumsatz 11,66 Mrd. Euro, Gewinn je Aktie 12,95 Euro, Ausblick angehoben. Kunden fragen Kapazität bis 2030 an.

ASML hebt Ausblick an: KI-Nachfrage übersteigt Produktion

Das Wichtigste in Kürze

  • ASML erwartet im vierten Quartal 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro Umsatz, mehr als der Markt rechnete.
  • Gewinn je Aktie: 12,95 Euro statt der erwarteten 10,69 Euro.
  • Bestellwünsche reichen bis 2030, die Fertigung 2027 und 2028 bleibt zu knapp.

Wer Chipfabriken ausrüsten will, kommt an ASML nicht vorbei, und die Kundschaft bestellt weit voraus. Am Mittwochmorgen legte der Konzern aus Veldhoven seine Zahlen vor: Rekordumsatz von 11,66 Milliarden Euro im dritten Quartal, deutlich höherer Gewinn, angehobene Prognose. Bei Tradegate gab die Aktie trotzdem früh 2,68 Prozent nach.

Aufträge für 2030: Die Nachfrage läuft der Fertigung davon

Im Zentrum steht eine Einschätzung von Konzernchef Christophe Fouquet. Seine Kunden planten ihren Gerätebedarf zunehmend großzügiger, weil sie Umfang und Dauer der KI-Investitionen höher ansetzen. Manche wollten sich bereits Lieferungen für 2029 und 2030 sichern. Das derzeit geplante Angebot für 2027 und 2028 werde nicht ausreichen.

ASML denkt deshalb über mehr Kapazität für 2028 nach, über die schon angekündigten 30 Prozent Wachstum hinaus. Die NL Times verweist auf die Sonderstellung des Konzerns: Für die modernsten KI-Chips gibt es derzeit keinen zweiten Maschinenlieferanten.

Die Zahlen im Detail

Finanzmarktwelt zufolge blieb der Umsatz knapp hinter der Konsensmarke von 11,7 Milliarden Euro zurück. Vor einem Jahr waren es 7,52 Milliarden Euro. Beim Gewinn je Aktie liegt ASML mit 12,95 Euro weit vor der Prognose von 10,69 Euro. Der Nettogewinn beträgt laut NL Times 4,96 Milliarden Euro.

Die Bruttomarge stieg auf 57,5 Prozent, erwartet worden waren 56,1 Prozent. Dazu trug das Servicegeschäft mit bereits installierten Anlagen bei, das 3,3 Milliarden Euro beisteuerte. Für das Schlussquartal rechnet ASML mit einer Marge von rund 57 Prozent. Das Jahr soll bei 44 bis 45 Milliarden Euro Umsatz enden; bislang galt eine Spanne von 43 bis 45 Milliarden Euro. Für das vierte Quartal lag der Markt zuvor bei etwa 13,97 Milliarden Euro.

Hohe Erwartungen als Bremse

Dass der Kurs nachgibt, deutet Finanzmarktwelt als Beleg für die hohen Wachstumsansprüche an die Branche. Ein hauchdünn verfehlter Umsatz reicht dann, damit Anleger Gewinne mitnehmen.

Das Umfeld ist angespannt. Am Dienstag hatte eine Meldung des chinesischen Speicherherstellers CXMT die Chipwerte belastet, und Broadcom-Chef Hock Tan sprach von Casino-Stimmung bei KI-Investoren. ASMLs Aussagen zur Auftragslage halten dagegen: Sie beschreiben Planungen über Jahre, keine Tagesstimmung.

Was sagt das Momentum?

Das Momentum signalisiert für ASML im Tageschart einen bullischen Zustand, im Wochenchart einen neutralen. Für 1h und 4h liegen bei Aktien keine Daten vor. Der Kurs lag bei der Aufnahme am 14. Oktober bei 1.705,35. Das ist eine Momentaufnahme, keine Handlungsempfehlung.