Bitcoin Crash unter 70.000 Dollar: Bitwise-CIO schließt 77%-Crash aus – doch der Markt bleibt nervös
Bitcoin ist diese Woche zweistellig eingebrochen und testet erneut die 70.000-Dollar-Marke. Nach einem brutalen 14%-Tagesverlust am Donnerstag versucht…
Bitcoin hat diese Woche eine der härtesten Korrekturen seit Monaten hinter sich. Nach einem 14-prozentigen Einbruch an einem einzigen Handelstag – Donnerstag – pendelt BTC nun wieder unter der psychologisch wichtigen 70.000-Dollar-Schwelle. Von den Hochs bei über 100.000 Dollar ist der Kurs damit rund 52 Prozent gefallen. Eine Größenordnung, die bei vielen Tradern Alarmglocken schrillen lässt.
Doch Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, beruhigt: Die historischen Mega-Crashs von 77 Prozent und mehr, wie sie Bitcoin in früheren Zyklen erlebt hat, seien heute unwahrscheinlich. Der Markt sei reifer, institutionelle Investoren breiter aufgestellt, und die Liquidität durch ETFs deutlich höher. Hougan argumentiert, dass die aktuelle Korrektur einer klassischen Mid-Cycle-Bewegung entspricht – schmerzhaft, aber nicht existenzbedrohend.
Dennoch bleibt die Nervosität spürbar. On-Chain-Daten zeigen, dass vor vier Stunden ein neues Wallet 1.546 BTC im Wert von 106,68 Millionen Dollar von Binance abgezogen hat. Solche Bewegungen deuten oft auf institutionelle Akkumulation hin – oder auf Vorbereitung für OTC-Deals. Der Markt interpretiert diese Signale unterschiedlich: Bullish als Zeichen für Vertrauen, bearish als Vorbereitung auf weitere Verkäufe.
Zusätzlich sorgt Jim Cramer für Aufsehen. Der bekannte TV-Analyst behauptet, die US-Regierung habe diese Woche Bitcoin bei 60.000 Dollar für die strategische Reserve gekauft. Bestätigt ist das nicht – und Cramers Track Record ist bekanntermaßen durchwachsen. Doch die Spekulation allein reicht, um den Markt zu bewegen. Sollte die Behauptung stimmen, wäre das ein extrem bullishes Signal. Sollte sie falsch sein, könnte die Enttäuschung weitere Abgaben auslösen.
Technisch gesehen hat Bitcoin in der Spanne zwischen 60.000 und 72.000 Dollar eine volatile Range etabliert. Die 70.000er-Marke fungiert aktuell als Widerstand, während 65.000 Dollar als nächste Unterstützung gilt. Analysten beobachten zudem die ETF-Flows: Nach massiven Abflüssen in der Vorwoche stabilisieren sich die Zuflüsse langsam wieder. Solange keine neuen makroökonomischen Schocks kommen, rechnen viele Trader mit einer Bodenbildung in diesem Bereich.
Fazit: Der Markt befindet sich in einer kritischen Phase. Die Theorie der Mid-Cycle-Korrektur ist plausibel, doch die hohe Volatilität und unklare Nachrichtenlage erfordern Vorsicht. Wer long positioniert ist, sollte Stopps eng führen. Wer auf eine Erholung setzt, beobachtet die 70.000-Dollar-Marke als Breakout-Level. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Bitcoin hier einen nachhaltigen Boden findet – oder ob die Reise Richtung 60.000 Dollar weitergeht.