Bitcoin fällt auf 81.000 Dollar nach heißer Inflation

Bitcoin fällt nach hohen US-Inflationsdaten auf 81.000 Dollar, Ether verliert 6 Prozent. Zinsangst und Liquidationen belasten den Markt.

Bitcoin fällt auf 81.000 Dollar nach heißer Inflation

Bitcoin fällt auf 81.000 Dollar: Inflation weckt Zinsangst

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin rutscht nach heißen US-Inflationsdaten auf rund 81.000 US-Dollar.
  • Ether verliert über 6 Prozent, Futures-Liquidationen erreichen fast eine Milliarde Dollar.
  • Die Wetten auf eine Fed-Zinserhöhung im Oktober schwanken zwischen 26 und 50 Prozent.

Bitcoin (BTC) notiert nach dem September-Inflationsbericht bei rund 81.000 US-Dollar und berührte zwischenzeitlich die Marke von 80.000 US-Dollar. Binnen 24 Stunden verliert der Kurs etwa 3 Prozent. Ether (ETH) trifft es mit mehr als 6 Prozent und einem Stand um 2.350 US-Dollar deutlich härter.

Ein Preisbericht, der die Zinsfantasie kippt

Die Verbraucherpreise lagen im September 3,7 Prozent über dem Vorjahr, nach 3,4 Prozent im August. Die Kernrate ohne Energie und Nahrung stieg von 2,4 auf 2,6 Prozent. Beide Werte verfehlten die Erwartungen der Ökonomen, wie Omkar Godbole bei CoinDesk berichtet.

Die Reaktion an den Wettmärkten fiel schnell aus. Auf Polymarket sprang die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober kurz auf knapp 50 Prozent, pendelte sich dann bei etwa 30 Prozent ein. Das CME-Tool FedWatch sah zunächst fast 47 Prozent, später nur noch 26 Prozent. Die Terminkurve unterstellt weiterhin mit über 70 Prozent einen unveränderten Leitzins.

Ledn-Analyst Thomas Wu führt bei The Block aus, dass ein Kernplus von 0,3 Prozent im Monat die Zinserhöhung wieder auf den Tisch bringt, nachdem der Arbeitsmarktbericht zuvor schwach ausgefallen war.

Hebelwetten verstärken den Abverkauf

Am Derivatemarkt zeigte sich, wie viele Händler auf steigende Kurse gesetzt hatten. Nach CoinGlass-Daten, die Shaurya Malwa bei CoinDesk auswertet, wurden bei Bitcoin und Ether zusammen etwa 483 Millionen US-Dollar an Futures-Positionen zwangsliquidiert, davon rund 286 Millionen bei Ether. Über alle Coins hinweg nennt die Überschrift des Textes knapp eine Milliarde Dollar. XRP und Solana gaben etwa 5 Prozent ab, Dogecoin rund 6 Prozent, Zcash sogar 13 Prozent.

Ether leidet stärker, weil sein Futures-Markt mit rund 30 Milliarden Dollar offener Positionen deutlich kleiner ist als der von Bitcoin mit etwa 52 Milliarden. Gleiche Verkaufsaufträge bewegen den Kurs dort mehr.

Auch das Geld der Fonds zieht sich zurück. US-Spot-Bitcoin-ETFs meldeten am 14. Oktober Abflüsse von 150,5 Millionen Dollar, einen Tag zuvor waren noch 175,7 Millionen zugeflossen. Aus Asien kam zusätzlicher Druck: Der südkoreanische Kospi brach um 8 Prozent ein und löste Handelsstopps aus, die Nasdaq-Futures lagen rund 1 Prozent im Minus.

Wie tief kann es gehen?

Die Einschätzungen gehen auseinander. Paul Howard von Wincent rechnet kurzfristig mit einer Spanne zwischen 80.000 und 88.000 US-Dollar. Fällt Bitcoin darunter, sei der Weg Richtung 75.000 US-Dollar offen. Matt Mena von 21Shares hält dagegen: Ein großer Teil der Schwäche sei schon in der Vorwoche eingepreist worden, als der Kurs die Unterstützung bei 81.000 bis 82.000 US-Dollar testete. Er sieht Luft für eine Erholung über 85.000 US-Dollar.

Unterm Strich entscheidet in den nächsten Tagen weniger die Krypto-Szene als die Fed-Erwartung. Solange die Zinsangst steht, bleibt ein stärkerer Dollar mit höheren Renditen das größte Hindernis für Risikoanlagen.

Was sagt das Momentum?

Das Momentum signalisiert auf kurzen und mittleren Zeitebenen Schwäche: Auf 1 Stunde, 4 Stunden und 1 Tag steht der Zustand auf bärisch, bei einem Kurs von 81.100 US-Dollar zum Aufnahmezeitpunkt. Nur der Wochenchart bleibt bullisch. Der übergeordnete Trend ist damit intakt, die jüngste Bewegung läuft aber dagegen.

Szenarien

Hält Bitcoin die Zone um 80.000 US-Dollar, ist eine Stabilisierung innerhalb der von Howard genannten Spanne bis 88.000 US-Dollar möglich. Erst eine Rückeroberung der 85.000 US-Dollar würde Menas Erholungsthese stützen.

Bricht die 80.000 US-Dollar-Marke nachhaltig, rückt laut Howard die Zone um 75.000 US-Dollar in den Blick. Weitere Liquidationen gehebelter Long-Positionen könnten die Bewegung beschleunigen.