Schwab öffnet Krypto-Handel für SOL, AVAX, LINK
Charles Schwab nimmt Solana, Avalanche und Chainlink ins Direkthandel-Angebot auf — was die Auswahl des 13-Billionen-Dollar-Brokers für Altcoins bedeutet.
Ein Nachzügler holt auf
Der Broker mit 13 Billionen Dollar an verwalteten Kundengeldern erweitert sein Krypto-Angebot: In den kommenden Monaten handeln Schwab-Kunden neben Bitcoin und Ethereum auch Solana, Avalanche und Chainlink direkt über die Plattform. Die Ankündigung kam am 27. August.
Schwab ist spät dran. Erst im Mai 2026 schaltete der Konzern seinen Direkthandel für Bitcoin und Ether frei, Jahre nachdem Coinbase, Robinhood und Kraken den Retail-Markt besetzt hatten. Mit SOL, AVAX und LINK folgt der erste Ausbau. Die Begründung liefert die eigene Kundschaft: Nachfrage nach etablierten, liquiden Assets. Meme-Coins bleiben außen vor.
Die Gebühr ist der wunde Punkt
Schwab nimmt 75 Basispunkte auf den Dollar-Wert jedes Trades. Das unterbietet niemanden: Morgan Stanley und Fidelity liefern sich seit Monaten ein Rennen nach unten, Schwab bleibt bewusst darüber. Wer hier kauft, zahlt für die Bequemlichkeit, Krypto im selben Depot zu halten wie Aktien und Anleihen.
Die Auswahl schlägt die Größe
Entscheidend ist nicht der Gebührensatz, sondern der Filter. Ein Verwahrer dieser Größe listet keine Token, deren regulatorischer Status wackelt. Dass Solana, Avalanche und Chainlink den Sprung schaffen, sortiert die drei in die Kategorie institutionell tragfähig ein und drückt den langen Rest der Altcoin-Landschaft eine Stufe tiefer.
Für Solana ist das der nächste Baustein einer Adoptions-Kette, die über ETF-Anträge und jetzt Schwabs Retail-Zugang läuft. Chainlink profitiert von seiner Rolle als Oracle-Layer, den auch Banken für Tokenisierung anzapfen. Avalanche ist der Wackelkandidat im Trio: fundamental schwächer positioniert, jetzt aber im selben Atemzug genannt wie die beiden Stärkeren.
Marktwirkung
Der unmittelbare Kurseffekt dürfte gedämpft ausfallen: Der Rollout zieht sich über Monate, konkrete Termine fehlen. Der Hebel liegt im Kapital, das Schwab-Kunden bislang nicht bequem in Krypto bewegen konnten, weil der Weg außerhalb des vertrauten Depots nach Reibung roch. Genau diese Reibung fällt weg. Für SOL und LINK verschiebt das die Halterstruktur langsam Richtung Buy-and-Hold, ein struktureller Rückenwind, der sich in Wochen zeigt, nicht in Tagen.