China kauft 21 t Gold: Notenbank trotzt dem Zinsdruck
Chinas Notenbank kauft im September 21 Tonnen Gold, doch Fed und 5,3 % Rendite drücken XAU Richtung 4.100 US-Dollar.
Das Wichtigste in Kürze
- Chinas Notenbank stockt ihre Goldreserven im September um 21 Tonnen auf, so viel wie seit drei Jahren nicht.
- Gold gibt dennoch nach: Fed-Protokoll, 5,3 % Rendite und starker Dollar belasten XAU.
- Gold-ETFs halten mit 4.256 Tonnen einen Rekordbestand, der Preis bleibt trotzdem unter Druck.
Die People's Bank of China kauft Gold, während der Markt davonläuft. Die Reserven wachsen im September auf 2.196 Tonnen, den 23. Monat in Folge. Spotgold (XAU) notiert dabei bei rund 4.150 US-Dollar je Unze und damit nahe einem Zweimonatstief.
Peking nutzt die Schwäche für den größten Zukauf seit 2023
Laut Kitco meldete die chinesische Notenbank am Mittwoch ein Plus von 21 Tonnen. Das ist der stärkste Monatszuwachs seit September 2023, als es 24 Tonnen waren. Davor lagen die Käufe im August bei 18,5 Tonnen und im Juli bei 18 Tonnen. Die Käufe nehmen also von Monat zu Monat zu, und das in einer Phase fallender Preise.
Peking handelt damit antizyklisch. Die Devisenreserven des Landes sanken im September um 38,1 Milliarden auf 3,4 Billionen US-Dollar, das sind 1,11 Prozent. Die Devisenaufsicht SAFE führt den Rückgang auf Wechselkurseffekte und fallende Vermögenspreise zurück, denn der Dollar-Index zog zuletzt kräftig an. Gold dient in dieser Rechnung als Gegengewicht zu den Dollar-Beständen.
Der World Gold Council (WGC) sieht China im laufenden Jahr unter den größten staatlichen Käufern. Analystin Marissa Salim zählt für die Zentralbanken weltweit bis einschließlich August 170 Tonnen Nettokäufe. Allein im August waren es 39 Tonnen. Polen führt die Jahreswertung mit 98 Tonnen an und hält 648 Tonnen. Das Ziel von 700 Tonnen rückt näher. China folgt mit 80 Tonnen bis August, und mit dem September-Zukauf schließt Peking weiter auf.
Fed und Rendite halten den Preis trotzdem unten
Der Preis folgt den Käufen vorerst nicht. FXEmpire-Analyst Arslan Ali Butt verweist auf das Protokoll der September-Sitzung der US-Notenbank. Demnach unterstützten alle Teilnehmer die Anhebung um 0,25 Punkte auf die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent, und die Mehrheit hält vor Jahresende eine weitere Erhöhung für angemessen. Die Märkte setzen für Oktober auf 18 Prozent Wahrscheinlichkeit, für Dezember auf 80 Prozent.
Dazu kommt die Zinsseite. Die zehnjährige US-Rendite liegt bei etwa 5,3 Prozent, der Dollar nahe seinem 18-Monats-Hoch. Gold wirft keine Zinsen ab, und bei solchen Renditen wird das Halten teurer. Am Donnerstag verliert XAU laut FXEmpire gut ein Prozent auf rund 4.123 Dollar. Silber (XAG) fällt mit 58,95 Dollar noch deutlicher.
Gegen die Verkäufer steht die Anlegernachfrage. Börsengehandelte Gold-Produkte zogen im dritten Quartal laut FXEmpire einen Rekordbetrag von 31 Milliarden US-Dollar an. Allein im September flossen 10 Milliarden Dollar oder 67 Tonnen zu. Der Gesamtbestand erreicht mit 4.256 Tonnen ein Allzeithoch. Staatliche Käufer und ETF-Anleger positionieren sich also langfristig, der kurzfristige Handel folgt der Zinsfantasie.
Was sagt das Momentum?
Das Momentum signalisiert ein gemischtes Bild. Auf Stundenbasis steht es bei XAU auf bullish, im 4-Stunden-Chart auf bearish. Der Tageschart zeigt bearish, der Wochenchart neutral. Die kurze Erholung hat damit keinen Rückhalt in den größeren Zeitrahmen. Beim Stand von 4.148,80 US-Dollar bleibt der übergeordnete Trend schwach.
Szenarien
Fällt Gold unter die Unterstützung bei 4.103 Dollar, rücken laut FXEmpire 4.067 und danach 4.032 Dollar in den Blick. Dieses Szenario passt zu einem hawkischen Fed-Kurs und weiter steigenden Renditen.
Gelingt der Sprung über 4.142 Dollar und den absteigenden Trend, wären 4.184 und 4.226 Dollar die nächsten Marken. Das setzt voraus, dass die Renditen nachgeben, etwa nach schwächeren US-Daten.
Bleibt der Kurs zwischen 4.103 und 4.142 Dollar, dürfte der Markt auf die Arbeitsmarktdaten und die Fed-Sitzung am 28. Oktober warten, bevor er sich festlegt.