EUR/USD fällt vor Fed-Protokoll: Dollar und Öl im Fokus

Dollar-Index bei 102,13, EUR/USD bei 1,1192: Ölpreis, Renditen und das Fed-Protokoll belasten den Euro. Szenarien und Marken im Überblick.

EUR/USD fällt vor Fed-Protokoll: Dollar und Öl im Fokus

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Dollar-Index steigt vor den Fed-Protokollen um 0,3 Prozent auf 102,13 Punkte.
  • EUR/USD notiert bei rund 1,1192 und steht unter Druck von Ölpreis und Renditen.
  • Die Märkte sehen eine Zinserhöhung im Dezember mit 68,6 Prozent Wahrscheinlichkeit als wahrscheinlicher als im Oktober.

Der Dollar legt am Mittwoch wieder zu, und der Euro gibt nach. Wie FinChannel berichtet, steigt der Dollar-Index (DXY) um 0,3 Prozent auf 102,13 Punkte, während Anleger auf das Protokoll der September-Sitzung der US-Notenbank warten. EUR/USD handelt bei etwa 1,1192.

Dollar und Öl ziehen am Euro

Treiber des Tages ist ein Gleichklang aus steigenden Renditen und anziehendem Ölpreis. Laut StoneX-Analyst Fawad Razaqzada erholt sich Brent nach einem zwischenzeitlichen Minus von rund 3 Prozent und notiert wieder über 100 US-Dollar je Barrel. Der Grund sind anhaltende Sorgen um die Straße von Hormus. Teures Öl nährt Inflationssorgen, und das stützt den Dollar gegenüber dem Euro.

Etwas Entlastung kommt aus Europa. Engere Renditeaufschläge französischer Staatsanleihen geben dem Euro nach StoneX-Einschätzung Halt. Razaqzada wertet das aber als vorübergehende Atempause, nicht als Wende.

Die Fed bleibt der Taktgeber

Das Protokoll der Sitzung vom 15. und 16. September erscheint am Abend um 20 Uhr deutscher Zeit. Damals hob die Fed den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 3,75 bis 4 Prozent an, und alle zwölf stimmberechtigten Mitglieder trugen den Beschluss mit. Fed-Chef Kevin Warsh hielt die finanziellen Bedingungen insgesamt nicht für restriktiv, und das Komitee teilte diese Sicht nach FinChannel weitgehend.

Die Daten dahinter sind gemischt. Der US-Arbeitsmarkt schuf im September nur 29.000 neue Stellen, die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 Prozent. Der Lohnanstieg bleibt mit 0,1 Prozent im Monat und 3 Prozent im Jahr moderat. Die Fed-Projektion für die PCE-Inflation liegt 2026 bei 3,7 Prozent und damit weit über dem Ziel von 2 Prozent. Vier Notenbanker rechneten laut StoneX zuletzt mit zwei weiteren Erhöhungen in diesem Jahr.

Die Terminmärkte setzen entsprechend: Für die Sitzung am 27. und 28. Oktober sehen sie eine Erhöhung mit 21,6 Prozent Wahrscheinlichkeit, für Dezember mit 68,6 Prozent. Razaqzada hält die Hürde für eine taubenhafte Überraschung im Protokoll für hoch, weil der Zinspfad der Fed bereits restriktiv ausfiel.

Was sagt das Momentum?

Das Momentum signalisiert für EUR/USD ein überwiegend negatives Bild. Auf Sicht von einer Stunde, einem Tag und einer Woche steht der Zustand auf bärisch, auf Vier-Stunden-Basis auf neutral. Der Tages-Score liegt bei -0,76. Die Aufnahme stammt von 13:37 Uhr bei einem Kurs von 1,1192.

Szenarien

Fällt das Protokoll wie erwartet restriktiv aus und bleibt Brent über 100 US-Dollar, rückt nach StoneX die Marke von 1,1085 in den Blick, danach die runde Marke von 1,1000.

Liest der Markt das Protokoll dagegen als Hinweis auf eine Pause, könnte EUR/USD in Richtung des Widerstands bei 1,1260 zurückkehren. Dafür müssten Ölpreis und Renditen zugleich nachgeben.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung.