Edelmetalle im freien Fall: Silber, Platin und Palladium unter Druck
Nach historischen Höchstständen sind die Industriemetalle Silber, Platin und Palladium in einen massiven Selloff geraten. Während Gold sich relativ…
Die Edelmetallmärkte erleben eine scharfe Korrektur. Silber (XAG/USD), Platin (XPT/USD) und Palladium (XPD/USD) sind von ihren jüngsten Höchstständen deutlich zurückgekommen – ein klassischer Fall von "Buy the rumor, sell the fact" nach der Rally der vergangenen Wochen.
Silber, das stark von Industrienachfrage abhängt, hat über 8% verloren und notiert wieder unter der psychologisch wichtigen 30-USD-Marke. Die Schwäche kommt nicht überraschend: China meldet weiterhin schwache Konjunkturdaten, die Photovoltaik-Nachfrage enttäuscht. Platin und Palladium, beide stark an die Automobilindustrie gekoppelt, leiden unter sinkenden Produktionszahlen und der beschleunigten E-Mobilität.
Aus technischer Sicht haben alle drei Metalle wichtige Unterstützungszonen durchbrochen. Silber könnte Richtung 28 USD korrigieren, Platin steht vor einem Test der 950-USD-Region. Palladium, ohnehin der schwächste Kandidat, hat kaum strukturelle Käuferunterstützung.
Gold hingegen zeigt relative Stärke – ein wichtiges Signal. Während die Industriemetalle verkauft werden, bleibt Gold als sicherer Hafen gefragt. Das deutet darauf hin, dass wir es weniger mit einem fundamentalen Edelmetall-Crash zu tun haben, sondern mit einer sektorspezifischen Korrektur.
Für Trader heißt das: Abwarten. Wer antizyklisch agieren will, sollte auf Stabilisierung warten, nicht auf fallende Messer greifen. Silber könnte bei 27-28 USD interessant werden, aber nur mit engen Stops. Sentiment ist klar bearish, ein Turnaround braucht frische Katalysatoren – etwa bessere China-Daten oder neue Inflationssorgen.