Gold & Silber im Sturz: Fed-Hike-Wetten kippen die Metalle

Starke US-Jobdaten treiben Renditen und Fed-Hike-Wetten: Gold löscht 2026-Gewinne, Silber crasht 7,8 %. TD Securities senkt die H2-Prognosen.

Gold & Silber im Sturz: Fed-Hike-Wetten kippen die Metalle

Starke Jobdaten kippen die Metalle

Der Mai-Arbeitsmarktbericht hat am Freitag die gesamte Edelmetall-Rechnung über den Haufen geworfen. Die US-Wirtschaft schuf 172.000 Stellen — mehr als doppelt so viele wie die erwarteten 85.000. Die Reaktion war brutal: Gold fiel unter 4.370 Dollar, den tiefsten Stand des Jahres, und löschte damit seinen kompletten 2026-Gewinn aus. Auf Wochensicht steht ein Minus von knapp 4 Prozent. Silber traf es härter — der Kurs brach 7,8 Prozent auf 68,16 Dollar ein, das schwächste Niveau seit Ende März.

Warum Renditen das Metall drücken

Der Mechanismus ist simpel und unerbittlich: Starke Jobdaten bedeuten weniger Spielraum für Zinssenkungen — und plötzlich wieder Spielraum für eine Zinserhöhung. Der Markt preist inzwischen einen Viertelpunkt-Hike bis Jahresende ein, die Wahrscheinlichkeit für Dezember liegt über 50 Prozent. Höhere Realrenditen sind das Kryptonit eines Assets, das keinen Coupon zahlt. Parallel zogen die Anleiherenditen an: Zehnjährige US-Treasuries kletterten über 4,50 Prozent, deutsche Bundesanleihen über 3,00 Prozent — jeweils Zwei-Wochen-Hochs. Ein fester Dollar verschärft den Druck zusätzlich.

TD Securities kappt die Prognosen

Die Commodity-Strategen von TD Securities um Bart Melek haben reagiert und ihre H2-Goldprognosen gesenkt. Für das dritte Quartal erwarten sie nun im Schnitt 4.550 Dollar (minus 3 Prozent), für das Schlussquartal 4.700 Dollar — eine Kürzung um 10 Prozent. Melek begründet das mit höheren Inflationserwartungen aus negativen Angebotsschocks, die Renditen über die gesamte Kurve nach oben treiben und den Dollar stützen. Sollte Öl über 100 Dollar je Barrel bleiben — laut TD das wahrscheinlichere Szenario — sei ein Test der 4.000-Dollar-Marke nicht auszuschließen.

Was Trader jetzt beachten sollten

Wichtig: TD ruft kein Markttop aus. Die Bank hat ihre Langfrist-Prognosen sogar angehoben und erwartet eine Erholung ab dem zweiten Quartal 2027. Für die kommenden Monate aber dominiert das Makro-Bild — und das ist gegen die Metalle gerichtet. Solange Realrenditen und Dollar steigen, bleibt jede Erholung im Gold verkäuflich. Silber bleibt das höher gehebelte Spiel in beide Richtungen: Wer auf eine Gegenbewegung setzt, muss die größere Schwankung aushalten. Der nächste echte Auslöser ist die Fed-Sitzung — bis dahin steuert die Rendite-Story.