Hyperliquid im Plus, Strategy & Bitmine tief im Minus
Krypto-Treasuries unter Wasser: Strategy verliert 12,8 Mrd., Bitmine 10,5 Mrd. Dollar. Nur Hyperliquids HYPE-Treasury bleibt mit 1,1 Mrd. Dollar im Gewinn.
Das Treasury-Modell zerbricht — bis auf eine Ausnahme
Der Krypto-Crash der vergangenen Tage hat eine ganze Industrie kalt erwischt: die Digital Asset Treasuries (DATs), also börsennotierte Firmen, die nach dem Strategy-Vorbild Bitcoin, Ether oder Solana als Bilanz-Reserve halten. Mit dem Rutsch von BTC und ETH auf Mehrjahrestiefs sitzen praktisch alle großen Treasury-Häuser auf Milliarden an Buchverlusten — bis auf jene rund um Hyperliquid.
Die Verluste der Marktführer
Strategy (vormals MicroStrategy) trägt über 12,8 Mrd. Dollar an unrealisierten Verlusten. Das Unternehmen begann seine Käufe einst bei rund 10.000 Dollar je Bitcoin, doch die Durchschnittskosten sind über Jahre auf etwa 75.000 Dollar geklettert — ein Niveau, das der Markt nun deutlich unterschreitet.
Noch härter trifft es Bitmine, den weltweit größten Ether-Treasury. Die Firma hält mehr als 5,4 Mio. ETH im Wert von rund 8,6 Mrd. Dollar und sitzt nach Schätzungen von Artemis auf etwa 10,5 Mrd. Dollar Buchverlust. Sharplink mit knapp 869.000 ETH steht mit rund 1,8 Mrd. Dollar im Minus.
Warum Hyperliquid gegenläuft
Einzig die HYPE-Treasuries stehen im Plus. Hyperliquid Strategies hält rund 23,7 Mio. HYPE und liegt trotz des Rückschlags vom Allzeithoch über 74 Dollar noch immer mehr als 1,1 Mrd. Dollar im Gewinn. Auch das kleinere Hyperion DeFi notiert mit etwa 35 Mio. Dollar im Plus.
Der Unterschied ist kein Glück, sondern Mechanik. Rund 97 % der Protokoll-Handelsgebühren von Hyperliquid fließen automatisch und täglich in offene Marktkäufe von HYPE. Ein Governance-Votum vom Dezember 2025 — angenommen von rund 85 % der Validatoren — hob die Quote für bestimmte Gebühren Richtung 99 % an und verankerte permanente Burns.
Vom Treiber zur Belastung
Noch vor wenigen Monaten waren die DATs ein zentraler Käufer im Markt: Jede Kapitalerhöhung floss in frische Coins, jede Bilanz-Reserve stützte den Kurs. Jetzt dreht sich die Mechanik um. Aktien wie Strategy notieren teils unter dem Wert ihrer eigenen Krypto-Bestände, was Kapitalerhöhungen verteuert und im Extremfall den Verkaufsdruck verstärkt. Genau dieser Reflexiv-Effekt — Coins finanzieren die Aktie, die Aktie finanziert mehr Coins — wirkt im Abschwung als Hebel nach unten. Auch große Solana-Treasuries spüren den Druck, halten sich aber bislang besser als die ETH-Schwergewichte.
Was Trader daraus mitnehmen
Die Lehre ist unbequem für den gesamten Treasury-Trade: Wer passiv hält, ist dem Spotpreis ausgeliefert. Wer dagegen einen Cashflow in den eigenen Token zurückleitet, baut einen strukturellen Käufer ein. In einem Bärenmarkt entscheidet damit nicht die Überzeugung, sondern die Kapitalstruktur darüber, wer Zwangsverkäufe vermeidet — und wer zur Verkaufsquelle wird.