Metaplanet kauft 2.823 BTC — Treasury-Modell unter Druck

Metaplanet hält nach dem jüngsten Kauf 43.000 Bitcoin im Wert von 2,6 Mrd. Dollar. Warum die Kritik am japanischen Strategy-Klon jetzt lauter wird.

Metaplanet kauft 2.823 BTC — Treasury-Modell unter Druck

Drittgrößter Bitcoin-Halter der Welt

Metaplanet hat erneut zugegriffen: 2.823 Bitcoin für rund 170 Millionen US-Dollar, das entspricht einem Durchschnittspreis von etwa 60.200 Dollar je Coin. Damit hält das japanische Unternehmen nun 43.000 BTC im Wert von rund 2,6 Milliarden Dollar — nur zwei Treasury-Firmen weltweit halten mehr. Aus der früheren Hotelkette ist in Rekordzeit das "japanische Strategy" geworden: ein börsennotiertes Vehikel, dessen Bilanz fast ausschließlich aus Bitcoin besteht.

Das Timing fällt auf. Der Kauf landet mitten im Bärenmarkt 2026 — Bitcoin hat sich gerade erst vom Rutsch auf 58.000 Dollar zurück über die Marke von 63.000 Dollar gekämpft. Anders als bei früheren Tranchen kauft Metaplanet diesmal in die Schwäche hinein statt nahe lokaler Hochs.

Die Kritik: Buchverluste, kein Kerngeschäft

Genau diese früheren Käufe sind der wunde Punkt. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, Bestände wiederholt zu lokalen Hochs eingesammelt zu haben — und deshalb auf erheblichen nicht-realisierten Verlusten zu sitzen. Dazu kommt der Vorwurf mangelnder Transparenz und die grundsätzliche Frage, was Metaplanet ohne nennenswertes operatives Geschäft eigentlich ist: eine Firma oder ein gehebelter Bitcoin-Fonds im Börsenmantel?

Die Börse gibt darauf bereits eine Antwort. Die Bewertung der Aktie signalisiert schwindendes Vertrauen in das Modell — der Aufschlag, den Anleger einst für die reine Bitcoin-Story zahlten, schmilzt ab.

Gerovich hält dagegen

CEO Simon Gerovich verteidigt den Kurs als langfristige Wette und verweist auf geplante Erweiterungen im operativen Geschäft, die das Unternehmen breiter aufstellen sollen. Das Muster kennt man von Strategy: Solange sich frisches Kapital einsammeln lässt, läuft die Akkumulationsmaschine. Kritisch wird es, wenn der Kapitalmarkt den Aufschlag verweigert.

Was das für Trader bedeutet

Isoliert betrachtet ist der Kauf ein Nachfragesignal: 170 Millionen Dollar frisches Kapital fließen in einen nervösen Markt. Strukturell ist die Meldung aber zweischneidig. Der gesamte Treasury-Sektor steht 2026 unter Druck — von Strategys erzwungenen Verkäufen bis zu kollabierenden Bewertungsprämien. Verlieren die Treasury-Firmen dauerhaft ihren Bewertungsaufschlag, fällt einer der verlässlichsten strukturellen Käufer der letzten Jahre aus. Wer BTC handelt, sollte den Abschlag der Treasury-Aktien zu ihrem Bitcoin-Bestand als Frühindikator im Blick behalten: Er zeigt, wie viel Vertrauen der Markt der Akkumulationsstory noch gibt.