Morgan Stanley: Krypto-Spot-Handel startet auf E*Trade
Morgan Stanley schaltet Spot-Handel für Bitcoin, Ethereum und Solana auf E*Trade frei: 8,6 Millionen Kunden, 0,50 Prozent Gebühr, direkte Ansage an Coinbase.
Der größte Broker-Name im Krypto-Ring
Morgan Stanley hat den Rollout von Spot-Krypto-Handel auf E*Trade abgeschlossen. 8,6 Millionen Kunden der Self-Directed-Plattform können ab sofort Bitcoin, Ethereum und Solana direkt kaufen und halten. Die Abwicklung übernimmt der Infrastruktur-Dienstleister Zero Hash: Handel, Verwahrung, Liquidität und Settlement laufen über dessen Rails. Die Bestände erscheinen neben Aktien und ETFs im selben Depot, ohne separate App und ohne zweiten Login. Aus dem Pilot vom 6. Mai ist damit ein flächendeckendes Angebot geworden.
50 Basispunkte als Kampfansage
Der eigentliche Hebel ist der Preis. E*Trade nimmt 0,50 Prozent pro Trade und liegt damit klar unter Coinbase, Robinhood und Charles Schwab, die zwischen 60 und 95 Basispunkten verlangen. Für einen Broker dieser Größe ist das keine Nische, sondern eine Preis-Attacke auf die etablierten Handelsplätze. Coinbase kämpft ohnehin: Anfang Juli meldete die Börse Rekord-Marktanteil bei einbrechendem Volumen. Ein Anbieter, der Millionen Retail-Depots mit günstigeren Gebühren bespielt, trifft genau diese Wunde. Die Aktie der Krypto-Börse reagiert traditionell empfindlich auf jeden neuen Gebühren-Wettbewerber.
Vom Nachzügler zum Vollsortimenter
Morgan Stanley war spät dran und holt jetzt in Serie auf. Der hauseigene Bitcoin-ETF MSBT startete im April mit 0,14 Prozent Gebühr und unterbot BlackRocks IBIT. Am 14. Juli reichte die Bank geänderte S-1-Anträge für einen Ethereum-ETF (MSSE) und einen Solana-ETF (MSOL) nach, beide mit Staking und ebenfalls 0,14 Prozent. Mit dem E*Trade-Spot-Angebot schließt sich der Kreis: ETF für die ruhige Depot-Allokation, Direktkauf für die aktiven Trader. Das ist eine vollständige Produktleiter, wie sie bisher nur die reinen Krypto-Häuser boten.
Was das für den Markt heißt
Die Botschaft ist Verfügbarkeit. Krypto wandert weiter aus den Spezial-Apps in die Standard-Brokerkonten, wo das Geld ohnehin schon liegt. Das erweitert den adressierbaren Käuferkreis für BTC, ETH und SOL spürbar und drückt zugleich die Margen der reinen Krypto-Broker. Noch fehlen Transfer-Funktion und die angekündigte eigene Wallet, beides soll später im Jahr folgen. Bis dahin ist E*Trade ein Kauf-und-Halte-Terminal, keine Vollbörse. Für den Kurs zählt der Zufluss: Jeder neue Distributionskanal mit acht Millionen Depots im Rücken senkt die Reibung, überhaupt erst zu kaufen. Der Gebührenkrieg dürfte die Branche das ganze Jahr begleiten.