Nasdaq-Futures steigen, US-Renditen fallen

Nach 5,5 % Wochenverlust im Nasdaq 100 drehen Futures ins Plus. Zehnjahresrendite bei 5,07 %, Meta und Tesla liefern Mittwoch Zahlen.

Nasdaq-Futures steigen, US-Renditen fallen

Das Wichtigste in Kürze

  • Nasdaq-100-Futures legen zum Wochenstart 1,3 Prozent zu, nach einem Wochenminus von 5,5 Prozent.
  • Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren mit 5,07 Prozent, das Hoch lag bei 5,36 Prozent.
  • Am Mittwoch zeigen Meta, Tesla, IBM und Lam Research, ob die Erholung trägt.

Wer am Freitag KI-Werte hielt, hat gelitten: Der Nasdaq 100 gab binnen einer Woche 5,5 Prozent ab. Zum Wochenstart kehrt Ruhe ein, die Futures auf den Index ziehen um 1,3 Prozent an, die auf den S&P 500 um 0,8 Prozent. Spannender als die Aktien ist diesmal der Rentenmarkt.

Wenn Zinsen fallen, weil Aktien fallen

Stefan Jäger beschreibt bei Finanzmarktwelt einen ungewöhnlichen Zusammenhang. Die Rendite zehnjähriger Treasuries erreichte am 7. Oktober 5,36 Prozent, so viel wie seit 2002 nicht mehr, und rutschte seither auf 5,07 Prozent. Dreißigjährige Papiere gaben von 5,73 auf 5,41 Prozent nach. Auslöser sind laut Jäger auch die Aktien selbst: Unternehmen mit guter Bonität emittierten 2026 bereits Anleihen für rund 1,7 Billionen US-Dollar, 29 Prozent mehr als vor einem Jahr. Verlieren KI-nahe Titel, schwindet die Lust auf weitere Emissionen, und der Wettbewerb um Anlegergeld lässt nach. John Briggs von Natixis rechnet deshalb mit Entlastung für Staatsanleihen.

Der Aktienausverkauf traf vor allem Nvidia, Micron, SanDisk, CoreWeave und Nebius. Der Grund laut Finanzmarktwelt: Die Zweifel wachsen, ob sich die Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur auszahlen. Am Freitag verloren Nasdaq und S&P 500 weiter, auch der Dow Jones, der zuvor von der Rotation in andere Sektoren profitiert hatte.

Ein Sicherheitsnetz, an dem nicht alle glauben

Für die einen ist das ein Wendepunkt. Afonso Borges (Julius Bär) und Masahiko Loo (State Street) argumentieren, ein KI-bedingter Abschwung dämpfe die Inflation und mache Staatsanleihen wieder zur Absicherung. Steven Barrow von der Standard Bank widerspricht und spricht von einem Trugschluss; Inflationsrisiken und hohe Ölpreise blieben bestehen. Brent kostet nach dem Plus von über 3 Prozent am Freitag (rund 109 US-Dollar) am Montagmorgen etwa 107,90 US-Dollar, ein Minus von 1,8 Prozent.

Dazu passt die Zinsfantasie. CME FedWatch sieht eine Erhöhung im Oktober nur noch mit 13 Prozent Wahrscheinlichkeit, für Dezember setzen knapp 78 Prozent auf einen Schritt nach oben. Der DAX hat davon profitiert und schloss am Freitag bei 25.622 Punkten (+0,95 Prozent) über der 100-Tage-Linie von rund 25.420 Punkten.

Der Kalender entscheidet über die Erholung

Die Bewährungsprobe folgt in den nächsten Tagen. Dienstag melden sich Netflix und SpaceX nach US-Handelsschluss, tagsüber stehen in Deutschland ZEW und Erzeugerpreise an. Mittwoch berichten Meta, Tesla, IBM, Lam Research und Texas Instruments sowie SAP. Am Freitag folgen die Einkaufsmanagerindizes. Bloomberg-Analyst Mark Cranfield sieht nach dem Rückschlag Einstiegschancen. Fallen die Zahlen der KI-Schwergewichte schwach aus, könnte aus dem Puffer am Anleihemarkt schnell wieder ein Druckpunkt werden.