SEC überarbeitet Krypto-Verwahrung: Entwurf im Weißen Haus

Die SEC schickte am 25. August einen Krypto-Verwahr-Entwurf ans Weiße Haus. Was RIN 3235-AN46 für Vermögensverwalter und Institutionen bedeutet.

SEC überarbeitet Krypto-Verwahrung: Entwurf im Weißen Haus

Ein Entwurf, der seit Jahren fehlt

Die US-Börsenaufsicht SEC hat am 25. August einen Regelentwurf zur Verwahrung von Krypto-Assets an das Office of Management and Budget des Weißen Hauses übermittelt. Geführt wird er unter der Kennung RIN 3235-AN46, Titel: "Amendments to the Custody Rules". Der Entwurf ändert Kernbestimmungen des Investment Advisers Act von 1940 und des Investment Company Act von 1940: jener Regelwerke, die festlegen, wie registrierte Vermögensverwalter und Fonds Kundenvermögen halten dürfen.

Im Kern geht es um Rechtssicherheit, wo bislang eine Grauzone herrschte. Die alte Custody Rule zwang Verwalter, Kundenwerte bei einem "qualified custodian" zu hinterlegen: für Aktien und Anleihen klar geregelt, für Bitcoin und Ether kaum praktikabel. Viele Häuser mieden digitale Assets allein wegen dieser Unschärfe. Der neue Entwurf soll die Hürde abräumen und veraltete Vorgaben streichen, die dem Anlegerschutz laut SEC nichts mehr bringen.

Der Prozess bremst die Euphorie

Wichtig für die Einordnung: Das ist ein Anfang, kein Abschluss. Das OMB muss den Entwurf zuerst prüfen. Erst danach kann die SEC formal abstimmen, den Text veröffentlichen und eine Kommentierungsfrist von mindestens 60 Tagen eröffnen. Der volle Wortlaut ist noch nicht öffentlich. Bis eine finale Regel greift, vergehen realistisch Monate, womöglich über ein Jahr.

Der Schritt fügt sich in den Kurswechsel der Behörde unter neuer Führung. Die Gensler-Ära verschärfte 2023 mit dem "Safeguarding"-Vorschlag die Verwahrpflichten und brachte die halbe Branche gegen sich auf. Die aktuelle SEC dreht die Richtung um: weniger Reibung, mehr Anschlussfähigkeit für regulierte Adressen.

Marktkontext: Struktur gegen Stimmung

Für den Kurs zählt der Entwurf kurzfristig wenig. Bitcoin notiert am Donnerstag bei rund 79.000 Dollar, nach dem kurzen Ausflug über 80.000 zu Wochenbeginn. Ether hält 2.500 Dollar, Solana sticht mit fast 6 Prozent Plus heraus. Der Markt schaut ohnehin auf Freitag: Fed-Chef Kevin Warsh spricht in Jackson Hole, und die Terminmärkte preisen wieder eine Zinserhöhung ein. Das drückt die Stimmung stärker als jede Verwahrregel.

Die Trennung lohnt sich trotzdem. Kurzfristig treibt die Zinswette, mittelfristig die Marktstruktur. Eine klare Custody-Regel senkt die Eintrittsschwelle für Pensionsfonds, RIAs und Investmentgesellschaften, die bisher am Compliance-Risiko scheiterten. Genau dort wartet das nächste institutionelle Kapital. Wer die Adoption über Quartale denkt, sollte den Vorgang im Kalender behalten, auch wenn der Ticker heute nach Jackson Hole schielt.