SpaceX-S-1: 2,7 Mio. je MW und 15-Mrd.-Anthropic-Deal
Eine gestrichene S-1-Zeile zeigt SpaceX-AI-Capex bei 2,7 Mio. je MW. Mit dem 15-Milliarden-Anthropic-Vertrag amortisiert sich Colossus II in unter einem Monat.
Die gestrichene Zahl, die alles ändert
SpaceX hat eine Zeile in seinem S-1 gelöscht, die den Investment Case für die AI-Sparte komplett umschreibt: Laut einer früheren Fassung des Filings, die PitchBook eingesehen hat, wurden die ersten beiden Colossus-II-Cluster für 2,7 Millionen Dollar je Megawatt gebaut — rund ein Viertel des Industrie-Benchmarks von rund 10 Millionen Dollar je MW. In der finalen Version steht diese Zahl nicht mehr. Investoren bekommen damit den Anthropic-Vertrag — 1,25 Milliarden Dollar pro Monat bis Mai 2029, kumuliert 15 Milliarden Dollar im Jahr — präsentiert, ohne das Capex-Lineal danebenzulegen.
Was die Rechnung impliziert
Mit 2,7 Millionen je MW amortisiert sich die AI-Infrastruktur in unter einem Monat an Anthropic-Cash, und selbst bei Verdopplung der disclosed Kosten bleiben es 2,2 Monate. Das ist die Art Stückökonomik, die Hyperscaler nachts wachhält. Der Pferdefuß: der AI-Bereich produziert in der GAAP-Optik anders. 6,7 Prozent des Konzernumsatzes kommen aus AI (ohne Werbung), aber die Sparte stand 2025 für einen Free-Cash-Flow-Verlust von 14 Milliarden Dollar. Starlink trägt 61 Prozent des Umsatzes und praktisch den gesamten FCF, bei 63 Prozent EBITDA-Marge.
Warum SpaceX die Zeile rausgenommen hat
Der plausible Grund: die Zahl macht den 2-Billionen-Dollar-Hype-Tag schwierig zu rechtfertigen, wenn man sie streng nimmt. Bei dieser Unit Economics müsste der Markt SpaceX nach Cashflow bepreisen, nicht nach AI-Multiple-Narrativ. Die finale S-1 trägt auf knapp 300 Seiten 47 Prozent AI-Anteil in der Segment-Sprache — sprachlich AI-Conglomerate, in der Zahlenstruktur Starlink-Konzern mit teurem Wachstums-Anhang.
Was Trader daraus machen
Für den Trade-Vorlauf zählt drei Dinge: Erstens, der Anthropic-Cashflow ist bis 2029 contracted — er stützt das IPO-Floor selbst dann, wenn sich der Umsatzmix nicht verschiebt. Zweitens, Nvidia-Lieferketten profitieren weiter — Colossus II hängt an Blackwell-Generation-Karten, ein 4x-Capex-Vorteil rationalisiert nicht weniger, sondern mehr Bestellungen. Drittens, die Halo-Wirkung trifft Tesla und alles, was Musk-Branding trägt; AMZN und MSFT sehen ihren Anthropic-Wettbewerb plötzlich an einem schwer schlagbaren Compute-Preis.
Wer den IPO handelt, sollte die gestrichene Zahl als das verstehen, was sie ist: harte Unit Economics, die die offizielle Story unterschätzt — kein Grund zur Ehrfurcht vor dem AI-Narrativ, aber ein guter Grund, das Cashflow-Modell ernst zu nehmen.