Strategy stockt Barreserve auf 3,2 Mrd. — kein BTC-Kauf

Strategy verkauft MSTR-Aktien für 263,5 Mio. Dollar und hebt die Cash-Reserve auf 3,225 Mrd. Bitcoin-Bestand: 843.775 BTC bei 9 Mrd. Buchverlust. Analyse.

Strategy stockt Barreserve auf 3,2 Mrd. — kein BTC-Kauf

Aktien raus, Dollar rein

Strategy hat zwischen dem 13. und 19. Juli 2.732.318 eigene MSTR-Aktien verkauft und damit rund 263,5 Millionen Dollar eingenommen. Der Erlös floss laut SEC-Mitteilung vom Montag vollständig in die Liquiditätsreserve: Die Dollar-Position wuchs um 225 Millionen auf 3,225 Milliarden Dollar. Neue Bitcoin kaufte das Unternehmen nicht. Der Bestand steht unverändert bei 843.775 BTC, rund vier Prozent des maximalen Angebots.

Bemerkenswert ist die Kontinuität: Schon seit Wochen verzichtet Saylors Firma auf Zukäufe und baut stattdessen Cash auf. Die Kaufpause, die mit dem Verkauf von 3.588 BTC Anfang Juli begann, ist damit kein Ausrutscher mehr, sondern Programm.

9 Milliarden unter Wasser

Die Zahlen erklären die Vorsicht. Strategy hat seine Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 75.476 Dollar erworben, Gesamtkosten inklusive Gebühren: 63,7 Milliarden Dollar. Zum aktuellen Kurs sind die Bestände noch etwa 54,7 Milliarden Dollar wert — ein Buchverlust von rund 9 Milliarden Dollar. Aus den Filing-Zahlen ergibt sich ein impliziter Bitcoin-Kurs von etwa 65.000 Dollar, gut 10.000 Dollar unter Saylors Einstand.

CEO Phong Le gab sich bei Bloomberg TV betont gelassen: Die Finanzierungsrisiken würden erst bei einem Bitcoin-Kurs von 8.000 bis 10.000 Dollar relevant, das Unternehmen wolle künftig weiter BTC erwerben. Die Botschaft der Handlungen liest sich anders. Wer erklärtermaßen kaufen will, aber stattdessen Aktien verkauft und Dollar stapelt, preist ein Szenario ein, in dem Liquidität wichtiger ist als Exposure.

Was das für den Markt bedeutet

Für Bitcoin fällt damit der verlässlichste Käufer der vergangenen Jahre weiter aus. Über Jahre hat Strategy jede Schwächephase mit Zukäufen abgefedert, dieser Bid fehlt jetzt bei 65.000 Dollar genauso wie zuletzt bei 60.000. Solange der größte Corporate-Treasury-Halter selbst nicht zugreift, dürfte das Argument "Institutionen kaufen den Dip" schwerer zu verkaufen sein.

Es gibt eine zweite Lesart: Die wachsende Barreserve senkt das Risiko, dass Strategy in einem Abverkauf zum Zwangsverkäufer wird. Das Tail-Risk, das seit dem STRC-Peg-Bruch im Juni über MSTR hing, wird kleiner. Kurzfristig bleibt die Nachfrage-Seite dennoch geschwächt: Der Markt verliert seinen prominentesten Käufer an die eigene Bilanz.

Für MSTR-Aktionäre bleibt derweil die Verwässerung das Thema: 2,73 Millionen neue Aktien in einer Woche, ohne dass ein einziger Satoshi dazukommt. Das Premium-Modell, Aktien über NAV zu verkaufen und in Bitcoin zu tauschen, funktioniert bei 9 Milliarden Buchverlust schlicht nicht mehr. Bis der Kurs Saylors Einstand von 75.476 Dollar wiedersieht, verwaltet Strategy vor allem eines: Zeit.