Bitcoin-Reserve der USA stockt: Behördenstreit in Washington
Finanz- und Handelsministerium streiten laut Bloomberg über die Verwaltung der US-Bitcoin-Reserve. 328.372 BTC liegen bereit, doch ein Zeitplan für Staatskäufe fehlt.
Die strategische Bitcoin-Reserve der USA war als dauerhafter staatlicher Käufer gedacht. 16 Monate nach der Executive Order vom März 2025 zeigt sich: Das Projekt hängt in der Verwaltung fest. Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, streite die Trump-Regierung intern darüber, welche Behörde die Bestände künftig verwalten soll. Im Ring stehen das Finanzministerium und das Handelsministerium.
Behördenstreit statt Kaufprogramm
Die ursprüngliche Arbeitsteilung war klar: Das Finanzministerium verwahrt, andere Behörden liefern beschlagnahmte Bitcoin zu. Inzwischen gebe es laut Bloomberg jedoch Zweifel, ob das Ministerium die Bestände wegen der hohen Volatilität überhaupt dauerhaft halten darf. Das Weiße Haus bestätigt den Stillstand indirekt: Man prüfe weiterhin die beste Struktur für die Reserve, sagte Sprecherin Liz Huston. Einen Zeitplan nannte sie nicht. Für ein Projekt, das Finanzminister Scott Bessent noch vor der Sommerpause vorantreiben wollte, ist das eine dünne Auskunft.
Zwei Gesetze, eine Million Bitcoin
Parallel liegen zwei Entwürfe im Kongress, die die Reserve gesetzlich verankern sollen: der BITCOIN Act und der im Mai vorgestellte ARMA Act. Beide sehen vor, dass die USA innerhalb von fünf Jahren bis zu eine Million Bitcoin erwerben. Der ARMA Act geht weiter: Mindesthaltefrist 20 Jahre, Verkäufe nur zur Tilgung der Staatsschuld. Die Basis existiert bereits. Nach Daten von Bitcoin Treasuries halten die USA 328.372 BTC im Wert von rund 21 Milliarden US-Dollar, überwiegend aus Beschlagnahmungen. Solange die Zuständigkeitsfrage offen ist, bleibt jedoch unklar, wer ein Kaufprogramm dieser Größenordnung überhaupt exekutieren würde.
Was das für den Markt heißt
Der Markt hat die Reserve seit März 2025 als strukturellen Bid gepreist: ein Käufer, der nicht verkauft und im Zweifel nachlegt. Genau dieser Katalysator verschiebt sich jetzt auf unbestimmte Zeit. Bitcoin notiert um die 60.000-Dollar-Marke und hat sich nach dem Strategy-Verkauf vom Wochenende stabilisiert, aber ohne Kaufimpuls aus Washington fehlt der Story ihr stärkstes Argument. Der Behördenstreit beerdigt das Projekt nicht. Er zeigt allerdings, dass zwischen Executive Order und tatsächlichem Staatskauf eine Bürokratie liegt, die der Markt bislang großzügig ignoriert hat. Bis Treasury oder Commerce den Zuschlag bekommt, ist die Reserve das, was sie seit 16 Monaten ist: ein Bestand aus Beschlagnahmungen mit politischem Etikett.