Trump-Memecoin: 988.905 Wallets im Minus, 3,81 Mrd. Verlust
Nansen-Analyse: Fast eine Million Wallets verlieren 3,81 Mrd. Dollar mit dem Trump-Coin, Trump selbst kassiert 636 Mio. Folgen für den Memecoin-Sektor.
Der offizielle Trump-Memecoin entwickelt sich für die Mehrheit seiner Käufer zum Verlustgeschäft historischen Ausmaßes. Eine On-Chain-Auswertung des Analysehauses Nansen zeigt: 988.905 von 1,48 Millionen Wallets — rund zwei Drittel aller Adressen, die den Token je gekauft haben — liegen im Minus. Realisierte und unrealisierte Verluste summieren sich auf 3,81 Milliarden US-Dollar.
Gewinne für wenige, Verluste für fast alle
Dem gegenüber stehen rund 492.000 Wallets mit einem kumulierten Plus von 4,04 Milliarden Dollar. Profitiert haben fast ausschließlich Adressen, die in den ersten Stunden nach dem Launch im Januar 2025 zu Kursen unter einem Dollar eingestiegen sind. Wer später kaufte — die große Mehrheit — stellte die Exit-Liquidität. Der TRUMP-Token notiert inzwischen 97 Prozent unter seinem Allzeithoch von 73 Dollar, die Marktkapitalisierung ist von in der Spitze fast 15 Milliarden auf rund 405 Millionen Dollar geschrumpft.
Trump verdient mehr als alle Anleger zusammen
Brisant wird die Auswertung im Vergleich mit dem Initiator selbst: Laut seiner jüngsten Finanzoffenlegung flossen Donald Trump 636 Millionen Dollar aus dem Memecoin-Projekt zu. Das ist fast das Dreifache der Nettogewinne aller Anleger-Wallets zusammen, die Nansen auf lediglich 236 Millionen Dollar beziffert. Beim verwandten DeFi-Projekt World Liberty Financial sieht die Bilanz ähnlich aus: 85 Prozent der 26.663 Sekundärmarkt-Käufer liegen im Minus, 83 Millionen Dollar Verlusten stehen nur 23 Millionen Dollar Gewinn gegenüber.
Was das für Trader bedeutet
Die Zahlen sind für den Memecoin-Sektor doppelt toxisch. Erstens liefern sie den bislang härtesten On-Chain-Beleg dafür, dass Politiker-Coins strukturell wie ein Umverteilungsmechanismus von Retail zu Insidern funktionieren — ein Narrativ, das in Washington bereits Konsequenzen fordert: Eine US-Senatorin drängt auf ein Verbot von Politiker-Token. Sollte das Thema politisch eskalieren, droht dem gesamten Celebrity- und Politiker-Coin-Segment ein regulatorischer Schlag.
Zweitens beschädigen die Daten das Retail-Vertrauen in genau dem Marktsegment, das von Neugeld lebt. Ein Token, der 97 Prozent unter dem Hoch steht und dessen Emittent mehr verdient hat als alle Käufer zusammen, ist das Gegenteil eines Onboarding-Arguments. Für BTC und ETH ist die Story kaum relevant, für den spekulativen Rand des Marktes — Memecoins, Politiker-Token, Low-Float-Launches — bleibt das Setup klar bearish. Die Konzentration der Gewinne bei Früh-Wallets sollte jedem eine Warnung sein, der bei ähnlichen Launches auf den schnellen Flip spekuliert.