Poolin insolvent: Mining-Pionier verkauft für 52 Millionen

Der einstige Top-Mining-Pool Poolin meldet US-Insolvenz an und liquidiert Anlagen für 52 Millionen Dollar — Withdrawal-Sperre und Halving besiegeln das Aus.

Poolin insolvent: Mining-Pionier verkauft für 52 Millionen

Vom Marktführer zur Abwicklung

Poolin war einmal die Nummer eins. Der 2017 von ehemaligen Bitmain-Ingenieuren gegründete Mining-Pool kontrollierte auf dem Höhepunkt über 12 Prozent der globalen Bitcoin-Hashrate und lieferte sich mit AntPool und Foundry das Rennen um die Spitze. Jetzt hat der einstige Riese in den USA Insolvenz angemeldet. Anlagen im Wert von mindestens 52 Millionen Dollar sollen verkauft werden, um die Gläubiger zu bedienen.

Das Nachbeben der Withdrawal-Sperre

Überraschend kommt das Ende nicht. Bereits im September 2022 fror Poolin mitten im Bärenmarkt sämtliche Auszahlungen ein und verwies auf eine Liquiditätslücke. Aus Kundenguthaben wurden über Nacht interne "Poolin Points": ein Schuldschein ohne Fälligkeitsdatum. Wer bis dahin nicht abgezogen hatte, kam nicht mehr an sein Geld. Zehntausende Miner verloren ihre Guthaben, während der Hashrate-Anteil des Pools von zweistelligen Werten auf nahe null einbrach. Die Insolvenz vollzieht juristisch nach, was der Markt seit fast vier Jahren eingepreist hat. Das Kapital ist verloren, die Marke tot.

Der Halving-Schnitt trifft die Schwachen

Der eigentliche Treiber liegt in der Ökonomie des Minings. Seit der Belohnungshalbierung von 2024 zahlt das Netzwerk pro Block nur noch 3,125 BTC. Die Hashprice, also der Umsatz je Terahash, notiert nahe historischer Tiefs, während die Difficulty weiter steigt. Betreiber mit alten Geräten, teurem Strom und ohne frisches Eigenkapital arbeiten unter Wasser. Selbst effiziente Rigs der aktuellen Generation verdienen nur noch dünn, sobald der Strompreis über wenige Cent je Kilowattstunde steigt. Poolin war schon vor dem Halving angeschlagen; der Schnitt bei den Blockrewards hat der Restsubstanz den Rest gegeben.

Was für Trader zählt

Für den Bitcoin-Kurs ist die Meldung kein Auslöser. Poolins Hashrate ist längst abgewandert, ein direkter Verkaufsdruck durch die Liquidation der Hardware bleibt marginal. Das Signal ist struktureller Natur: Die Konsolidierung im Mining-Sektor läuft weiter, und sie trennt sauber zwischen zwei Lagern. Auf der einen Seite die Nachzügler wie Poolin, die aus dem Zyklus fallen. Auf der anderen die Betreiber, die ihre Rechenzentren an KI-Anbieter verpachten und damit den Cashflow finden, den das reine Mining nicht mehr hergibt. Parallel konzentriert sich die Blockproduktion weiter: Foundry und AntPool stellen inzwischen zusammen den Großteil der Blöcke, die Dezentralität der Hashrate leidet mit jedem Ausfall am Rand. Wer als Miner überleben will, braucht 2026 entweder billigen Strom oder ein zweites Geschäftsmodell. Poolin hatte am Ende keines von beidem.